Sie besitzen eine Immobilie, die sich für Gastronomie eignet — ein ehemaliges Restaurant, ein Erdgeschoss in guter Lage, vielleicht ein Veranstaltungsraum. Aber der passende Betreiber fehlt. Die Folge: Leerstand, Mietausfall und ein Objekt, das langsam an Wert verliert.

Das Thema Betreibersuche in der Gastronomie ist komplexer als viele Eigentümer denken. Es reicht nicht, eine Anzeige auf ImmoScout zu schalten und auf Bewerbungen zu warten. Wer den falschen Pächter wählt, zahlt doppelt: durch Renovierungsrückstände, Pachtausfälle und am Ende erneuten Leerstand.

Aus über 25 Jahren Erfahrung in der Gastronomie — mit mehr als 30 Standorten, die ich als Berater begleitet habe — kenne ich beide Seiten: die des Betreibers und die des Eigentümers. Hier ist, was funktioniert.

Warum die meisten Betreibersuchen scheitern

Der häufigste Fehler: Eigentümer denken in Quadratmetern und Pachtpreisen. Betreiber denken in Umsatzpotenzial und Gästeflüssen. Diese unterschiedlichen Perspektiven führen zu einem Grundproblem — man redet aneinander vorbei.

Typische Fehler, die ich immer wieder sehe:

Schritt 1: Den Standort ehrlich bewerten

Bevor Sie einen Betreiber suchen, müssen Sie wissen, was Ihr Standort realistisch hergibt. Das ist keine Gefühlssache — das lässt sich analysieren.

Entscheidende Faktoren sind die Lauffrequenz und Erreichbarkeit, die Wettbewerbssituation im Umkreis von 500 Metern, vorhandene Infrastruktur wie Küche, Lüftung und Außengastronomie, baurechtliche Möglichkeiten und Einschränkungen, sowie die Parkplatzsituation und ÖPNV-Anbindung.

Mein Rat: Lassen Sie die Standortanalyse von jemandem machen, der Gastronomie versteht — nicht von einem Immobilienmakler. Ein Gastronom sieht Dinge, die auf keinem Grundriss stehen.

Schritt 2: Ein Nutzungskonzept entwickeln

Die besten Eigentümer bringen nicht nur eine Fläche mit, sondern eine Idee. Das heißt nicht, dass Sie das komplette Gastrokonzept entwickeln müssen. Aber Sie sollten wissen, welche Art von Gastronomie an diesem Standort funktionieren kann.

Ein gutes Nutzungskonzept beantwortet drei Fragen: Welche Zielgruppe hat der Standort? Welches Gastronomieformat passt dazu? Und welche baulichen Voraussetzungen müssen geschaffen oder erhalten werden?

Dieses Konzept wird Teil Ihres Exposees und macht Ihre Immobilie deutlich attraktiver für ernsthafte Betreiber. Es zeigt, dass Sie den Standort verstanden haben.

Schritt 3: Die richtigen Kanäle wählen

Erfahrene Gastronomen, die einen zweiten oder dritten Standort suchen, scrollen nicht durch Immobilienanzeigen. Sie bewegen sich in Branchennetzwerken, auf Fachmessen und in persönlichen Kontakten.

Was funktioniert: DEHOGA-Netzwerke und IHK-Veranstaltungen, gezielte Ansprache von bestehenden Betreibern in der Region, Gastronomie-Berater mit eigenem Netzwerk, LinkedIn und branchenspezifische Plattformen, sowie lokale Gastro-Stammtische und Unternehmerrunden.

Was weniger funktioniert: Immobilienportale allein, allgemeine Kleinanzeigen und passive Aushangzettel im Objekt.

Schritt 4: Bewerber richtig prüfen

Ein überzeugender Pitch ersetzt keine Due Diligence. Die wichtigsten Prüfpunkte bei einem potenziellen Betreiber:

Kernbotschaft

Die Betreibersuche ist kein Vermietungsprozess — sie ist ein Matchmaking. Der beste Betreiber ist nicht der, der die höchste Pacht bietet, sondern der, der den Standort langfristig zum Erfolg führt. Denn nur ein erfolgreicher Betreiber zahlt zuverlässig Pacht.

Schritt 5: Den Pachtvertrag richtig gestalten

Der Pachtvertrag ist mehr als ein juristisches Dokument — er definiert die Spielregeln der Zusammenarbeit. Wichtige Punkte, die oft vergessen werden:

Was eine professionelle Begleitung bringt

Eine begleitete Betreibersuche kostet Geld — aber sie spart deutlich mehr. Ein erfahrener Berater bringt drei Dinge mit, die Eigentümer allein selten haben: ein Gastronomie-Netzwerk, Branchenwissen für die Bewertung von Konzepten und Bewerbern, und Verhandlungserfahrung für den Pachtvertrag.

Bei meinen eigenen Projekten — von Bürgerhaus-Gastronomie bis Hotel-Restaurant — hat sich gezeigt: Die Qualität des Betreiberauswahlprozesses bestimmt die nächsten 10 bis 15 Jahre der Immobilie. Das ist eine Entscheidung, die man nicht auf Basis eines 30-Minuten-Gesprächs treffen sollte.

Betreibersuche für Ihre Immobilie?

Ich begleite Eigentümer von der Standortanalyse bis zum unterschriebenen Pachtvertrag.

Gespräch vereinbaren →
← Zurück zum Blog